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Weiterführende Infos & Hilfsangebote

Welche Unterstützung passt zu mir? Manchmal braucht es eine Begleitung, manchmal eine Behandlung und manchmal schnelle Hilfe in einer akuten Krise. Alle drei Wege sind professionell, sie haben jedoch unterschiedliche Aufgaben. Auf dieser Seite findest du eine Orientierung, wer wofür zuständig ist.

(Änderungen vorbehalten)

Akute Notfälle

Bei akuter Krise, Suizidgedanken oder Gewalt gilt: Hol dir bitte zuerst Akuthilfe. Die folgenden Stellen sind kostenfrei, meist anonym und rund um die Uhr erreichbar.

Notruf (akute Lebensgefahr)

112

Sofort, 24/7

Polizei

110

Bei akuter Gefahr durch andere Personen

TelefonSeelsorge

(seelische Krisen, Suizidgedanken, Einsamkeit, Trauer)

0800 111 0 111
0800 111 0 222
116 123

telefonseelsorge.de (auch Chat & Mail)

Kostenfrei, anonym, 24/7

Psychotherapie finden

Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung

24/7 erreichbar

Vermittelt gesetzlich Versicherten einen Termin zur psychotherapeutischen Sprechstunde, Akutbehandlung oder ersten Probesitzung

Arzt- und Psychotherapeutensuche

Findet Praxen in der Nähe, auch außerhalb der Terminvermittlung

Deutsche Depressionshilfe – Krisendienste & Beratungsstellen

Bundesweite Suche nach Kriseneinrichtungen

therapie.de

Privates Verzeichnis, Therapeut:innen nach Ort/Verfahren filterbar

Familie, Eltern & Kinder

Nummer gegen Kummer – Kinder- und Jugendtelefon

116 111

 Mo–Sa, 14–20 Uhr

Für Kinder & Jugendliche mit Sorgen und Problemen

Elterntelefon

0800 111 0 550

Mo–Fr 9–17 Uhr, Di & Do bis 19 Uhr

Beratung rund um Erziehung und Familienkonflikte

Gewalt, Missbrauch & Opferhilfe

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

116 016
08000 116 016

24/7, mehrsprachig, auch für Angehörige & Fachkräfte

Bei häuslicher, sexualisierter oder partnerschaftlicher Gewalt

WEISSER RING – Opfer-Telefon

116 006

täglich 7–22 Uhr

Für Opfer von Straftaten jeder Art (auch aus der Kindheit)

Hol dir Hilfe! Du bist es wert! 

Die genannten Telefonnummern sind kostenfrei. Die meisten Beratungsangebote (zum Beispiel TelefonSeelsorge, Hilfetelefon, Nummer gegen Kummer und Opfer-Telefon) kannst du außerdem anonym nutzen.

Stand der Kontaktdaten: Oktober 2026.

Psychotherapie, Coaching und Co: Welches Angebot passt zu mir?

In der Alltagssprache werden die Wörter „Therapie“, „Psychologe“, „Psychiater“ oder „Therapeut“ häufig für dasselbe benutzt, obwohl sie unterschiedliche Bedeutungen und Ausrichtungen haben. In dieser Übersicht bekommst du eine erste Unterscheidung nach Hintergrund und Ausrichtung der verschiedenen Angebote.

Wer ist wer?

Psychiater:in (Fachärzt:in für Psychiatrie und Psychotherapie)

Hat Medizin studiert, stellt Diagnosen, behandelt medizinisch und darf Medikamente verschreiben, zum Beispiel Antidepressiva. Kassenleistung.

 

Psychologische Psychotherapeut:in

Hat Psychologie bzw. Psychotherapie studiert und eine staatliche Zulassung (Approbation). Stellt Diagnosen und behandelt Krankheiten mit anerkannten Psychotherapieverfahren (z. B. Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Therapie), aber ohne Medikamente. Kassenleistung bei Kassenzulassung.

 

Heilpraktiker:in für Psychotherapie

Hat eine staatliche Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie. Darf seelische Erkrankungen behandeln, aber keine Medikamente verschreiben. Die Kosten tragen Klient:innen häufig selbst oder über eine private (Zusatz-)Versicherung. Die Erlaubnis beruht auf einer Überprüfung durch das Gesundheitsamt, nicht auf einer einheitlichen Ausbildung.

 

Psychologe / Psychologin

Hat Psychologie studiert, aber keine staatliche Heilbefugnis. Arbeitet zum Beispiel in Beratung, Diagnostik oder Forschung. Behandelt keine Krankheiten und rechnet nicht über die Krankenkasse ab. Die Leistungen werden privat bezahlt.

 

Psychologischer Coach / Begleitung / Beratung

Private Ausbildung, häufig mit bestimmten Schwerpunkten. Berät, begleitet und unterstützt Klient:innen. Keine Behandlung von Krankheiten. Die Leistungen werden privat bezahlt. Die Bezeichnung „Coach“ ist nicht geschützt. Achte deshalb auf Ausbildung, Erfahrung und Bewertungen.

Wie finde ich die passende Begleitung?

In allen Berufsgruppen gibt es sehr gute und weniger gute Fachleute, sympathische und weniger sympathische Menschen. Da du mit deiner Therapeut:in oder Begleitung eine Art Beziehung eingehst, ist es wichtig, dass du dich sicher und wohl fühlst. Ob die Chemie stimmt, merkst du oft schon im Erstgespräch.

 

Ein Studium oder ein Titel sagt nichts über Beziehungsfähigkeit und Sympathie aus. Die Spezialisierung auf ein Therapieverfahren erfolgt meist in einer mehrjährigen Weiterbildung nach dem Studium. Auch eine Kassenzulassung garantiert nicht, dass die Zusammenarbeit zu dir passt. Hilfreich ist deshalb eine Mischung aus Qualifikation, Erfahrung, Bewertungen, Empfehlungen und deinem eigenen Gefühl.

Bei akutem Hilfebedarf steht natürlich zunächst die Hilfe im Vordergrund und nicht die Sympathie. Über ein Jahr oder länger mit jemandem zu arbeiten, bei dem du dich nicht wohlfühlst, ist aber auch nicht hilfreich.

 

Kassenplätze sind häufig knapp und die Wartezeiten lang. Viele Menschen entscheiden sich deshalb bewusst für private Angebote. Als Selbstzahler:in kostet eine Stunde oft 100–200 €. Das ist viel Geld, und gleichzeitig ist deine Gesundheit mit Geld nicht aufzuwiegen. Kläre vorab, welche Kosten auf dich zukommen. Seriöse Angebote haben eine transparente Preisstruktur.

 

Das Angebot muss auch nicht zwingend bei dir vor Ort sein. Viele Leistungen finden heute auch digital per Laptop oder Smartphone statt, egal wo du bist.

Psychotherapie und medizinische Behandlung

Diagnose und Behandlung anerkannter Krankheitsbilder

 

Für wen?

Für Menschen, deren seelische Belastung so stark geworden ist, dass sie den Alltag über längere Zeit deutlich beeinträchtigt, zum Beispiel Arbeit, Schlaf, Beziehungen oder die eigene Gesundheit. Hier hilft es, eine fachliche Einschätzung einzuholen.

 

Worum geht es?

Um die Diagnose und Behandlung von Krankheitsbildern, die im Gesundheitssystem anerkannt sind, zum Beispiel Depressionen, Angststörungen oder Zwangsstörungen. Es gibt einen Behandlungsplan und bei Bedarf eine medikamentöse Unterstützung. Die Kosten übernehmen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen, wenn die Praxis eine Kassenzulassung hat.

 

Wie komme ich dorthin?

Der erste Schritt ist eine psychotherapeutische Sprechstunde. Dafür brauchst du keine Überweisung. Dein Hausarzt kann dir aber auch bei Kontakten weiterhelfen. Unter „Psychotherapie finden“ weiter oben stehen Anlaufstellen.

Coaching, Begleitung und Beratung

Unterstützung und Begleitung ohne Behandlung von Krankheitsbildern

 

Für wen?

Coaching, Begleitung und Beratung sind für Menschen, die im Alltag zwar klarkommen, aber an ihre Grenzen stoßen. Du funktionierst, spürst aber, dass dich bestimmte Themen oder Gefühle immer wieder einholen und belasten. Du möchtest sie begleitet aufarbeiten oder einen gesunden Umgang damit finden.

 

Worum geht es?

Um Themen, die nicht in ein anerkanntes Krankheitsraster fallen oder Prävantion, zum Beispiel:

  • nach einer Trennung
  • als Single: eigene Muster und Beziehungswünsche verstehen
  • in einer Beziehung: Konflikte, Nähe und Distanz, Kommunikation
  • im Umgang mit Prägungen aus der Kindheit und der Beziehung zu den Eltern

Im Coaching gibt es keine Diagnose und keine medikamentöse Behandlung. Es wird in der Regel selbst bezahlt.

Und wenn ich unsicher bin?

Belastet dich etwas über längere Zeit so stark, dass dein Alltag darunter leidet (zum Beispiel anhaltende Niedergeschlagenheit, Panik, Schlafstörungen, Flashbacks)? Dann lohnt sich eine (haus-)ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung.

 

Kommst du im Alltag klar, möchtest aber an einem emotionalen Thema arbeiten? Dann kann Coaching und Begleitung der passende Weg sein.

 

Beides lässt sich kombinieren, parallel oder nacheinander. In der Regel haben Therapie und Begleitung/Coaching eine andere Ausrichtung. Du kannst es mit einem Beinbruch vergleichen: Zuerst steht die Heilung im Vordergrund, danach folgt das Training. Ähnlich ist es bei einer behandlungsbedürftigen Belastung. Ob Coaching parallel sinnvoll ist, klärst du am besten mit deiner Therapeut:in. Bei akuter Krise, Suizidgedanken oder Gewalt hat die Akuthilfe Vorrang, damit du sicher und stabil bist.

 

Du bist dir nicht sicher? Wir sagen dir in einem ersten Kennenlerngespräch ehrlich, ob unser Angebot zu dir passt oder zunächst eine andere Form von Unterstützung notwendig ist. Zeigen sich im Verlauf der Begleitung Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Belastung, sprechen wir das offen an und empfehlen eine Abklärung. 

In Kürze: